Lifestreams

iPhone Drone

http://ardrone.parrot.com/parrot-ar-drone/en/

„Ein Mann mit einer Uhr weiß, wie spät es ist. Ein Mann mit zwei Uhren ist nie ganz sicher.“

Segals Gesetz

Lippeblogs ist ein Anfang und nicht das Ende.

… sagte ich heute so in einem längeren Gespräch.

Ja, Schatz.

Bodo Wartke könnte ich mir gut in der Elbrinxer Marktscheune vorstellen. Es gibt auch einen lustigen Comic dazu.

„Wer ist eigentlich dieser ’man’? Es muss heißen: Ich mache, Du machst, wir machen.“

Lippische Landes-Zeitung, 12. Februar 2010

Nichts tun ist einfach

Das Einfachste, was ein Politiker machen kann, ist nichts zu tun. Du brüskierst niemanden. Du sagst all die richtigen Dinge. Du schaukelst nicht das Boot. Deine Umfragewerte gehen hoch. Jeder in Washington sagt, Junge, dieser Typ ist ein großartiger Politiker. Schau Dir nur seine Umfragewerte an. (Gelächter). Und damit kommst Du Jahre zurecht. Aber dafür bin ich nicht hier her gekommen. Na, wer das wohl gesagt hat?

Und nun zum Spaß mal „Washington“ durch „Berlin“ ersetzen.

Funktioniert es gar, so kurz nach der Kommunalwahl, für das eine oder andere Örtchen aus dem Lipperland?

Wii Bobby McFerrin Musik macht

… ohne Nintendo, liebe U-35-Generation ;-)

Partyantreiber im Web 2.0

Neben der fundierten Kritik in diesem Artikel hat mir besonders der folgende Kommentar zu den Netzwerkeffekten im Web 2.0 gefallen.

„Das ist wie auf einer Party, die schleppend in Gang kommt. Wenn sie erst mal läuft, rufen irgendwann die Nachbarn die Polizei. Aber dieselbe Party um 20 Uhr: Da stehen ein paar Hanseln in der Küche rum und hoffen, dass irgendeinem ein Witz einfällt.“ – Leser Surfguard in einem Kommentar zum Web 2.0

Wir müssen mal …

Max vom Blog WissenBelastet.com hat sich die Wahlprogramme von fünf Parteien geschnappt und die Texte abzüglich der Inhaltsverzeichnisse durch wordle.net geschickt. Den Service habe ich schon häufiger für Präsentationen genutzt, um Texte zu visualisieren. Das Ergebnis sind Wortwolken wie wir sie auch von unseren Schlagworten/Themen hier bei Lippeblogs kennen. Je häufiger ein Wort im Text vorkommt, desto größer wird es in der so genannten Tagcloud dargestellt. Interessant finde ich, wie oft die Parteien „müssen“ … Wer nudelt denn jetzt mal die lippischen Wahlprogramme durch den Textfilter?

Tägliche Linkschleuder bei Twitter

Auf Delicious.com/marten habe ich bald 5000 Lesezeichen gesammelt zu meinen Schwerpunkten Internet, Webentwicklung, Netzpolitik, Medien, Bildung. Diese öffentliche Lesezeichen-Sammlung wächst täglich. Wer darüber gerne auf dem Laufenden bleiben möchte, folgt am Besten dem Twitter-Account ooodigi, denn dort laufen ab sofort meine täglichen Lesezeichen auf, sobald ein neues abgelegt wurde. Die kürzlich gestartete wöchentliche Linkschleuder in meinem Lippeblog werde ich fortführen.

Linkschleuder 2

Die nützlichsten Twitter-Tools für den Unternehmens-Einsatz

„Selbst auf 140 Zeichen lässt sich der Dialog mit dem Kunden intensivieren, schließlich machen Personen sich via Twitter per Direct Message und @-Zeichen ansprechbar und können auf Augenhöhe mit ihren Kontakten kommunizieren. Die Konversation mit den Kunden wird einfacher und schneller. Auf diese Weise können Unternehmen wertvolles Feedback zu ihren Unternehmensaktivitäten erhalten und erfahren beinahe in Echtzeit, wie ihre Kunden über ihre Marke diskutieren. Das ist besonders wichtig, wenn Kunden unzufrieden sind.“

Aktivierung der Netzsperren: "Verheerender Ausblick"

„Aber die Vergangenheit hat ja schon bei den Daten der Autobahnmaut gezeigt, dass die Politik auf dem Standpunkt steht, "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Dies gilt insbesondere für die Zeit nach der Wahl.“

Der Mythos von der Gratiskultur

„Manchmal setzen sich Begriffe schnell fest. Weil sie so griffig sind, so scheinbar klar und einsichtig. Derzeit grassiert in der Medienwelt wieder so einer: "Gratiskultur" Mit diesem Wort beschreiben Medienunternehmen den Umstand, dass so wenige Menschen im Internet - angeblich - bereit sind, für ihre Inhalte zu bezahlen. Allein: So einfach ist das nicht. Denn genau betrachtet gibt es keine Gratiskultur - der Begriff ist Unsinn. Und niemand weiß das besser, als die Medienunternehmen selbst. “

Bitte, reden wir über Journalismus!

„Journalisten sollten aufhören, sich über das Medium Zeitung, Radio oder Fernsehen zu definieren. Es geht nicht um das Medium, es geht um Inhalte. Journalisten sollten sich an Themen orientieren und dann die Medien bzw. die Darstellungsformen auswählen, die am besten zur Story passen.“

72 Prozent der erwachsenen Deutschen gehen online

„Gut ein Drittel der Deutschen bediente sich im II. Quartal 2009 des Internets, um Nachrichten über Politik abzurufen. Bezogen nur auf die Gruppe der Internet-Nutzer sind dies 47 Prozent. Auch hier zeigt sich in geschlechtsspezifischer Hinsicht ein unterschiedliches Nutzungsverhalten: In allen Altersgruppen rufen wesentlich mehr Männer als Frauen Politiknachrichten im Internet ab. Außerdem nutzen Jüngere diese Möglichkeit viel häufiger als Ältere.“

Und Tschüss! – Das "virtuelle Hausrecht" und wie man damit umgeht

Im reellen Leben gewährt uns das Hausrecht die Möglichkeit, jedermann ohne Angabe eines Grundes von unserem Grundstück zu verweisen. [...] Vor diesem Hintergrund stellt man sich die Frage, ob es auch im virtuellen Alltag ein solches Hausrecht gibt und wie dieses ausgeübt und durchgesetzt werden kann.

Netzaktivisten werden politisch: Die Wandlung der Freaks

„Auch Beckedahl warnt davor, dass sich die Aktivität für digitale Bürgerrechte auf das Unterzeichnen einer Onlinepetition beschränkt. "Wohlfühlaktivismus" nennt er das. Doch er steht für eine andere Strömung der Netzaktivisten als die Piratenpartei: Er wirbt dafür, weiter Lobbyismus bei etablierten Parteien zu betreiben und dort nach netzpolitischen Verbündeten zu suchen. Wie zäh das ist, weiß er, wenn er sagt: "Demokratie ist halt generell ein bisschen uncool".“

„Teenager nutzen Twitter nicht”

„Robsons Vierseitenpapier bestätigt gängige Annahmen über das Kommunikations-, Unterhaltungs- und Sozialverhalten der „digitalen Eingeborenen”: Sie nutzen eine Vielzahl von konvergierenden Medien für verschiedenste Informationen und Services für die sie allerdings nicht bereit sind zu zahlen und deren Genuss sie sich nicht durch Werbung kaputt machen lassen wollen. Er kenne niemanden, der regelmäßig Zeitungen lese, so Robson in seinem Bericht, der laut Morgan Stanley weder Repräsentativität noch statistische Genauigkeit für sich in Anspruch nimmt. Die meisten Teenager hätten schlichtweg „keine Lust, seitenweise Text zu lesen, wenn sie die Nachrichten in Fernsehen oder Internet zusammengefasst” bekämen.“

Wie sieht man als Blinder das Internet? - ein Interview mit vier sehbehinderten Internetexperten

„Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich es früher ohne Internet gemacht habe, aber heute ist es absolut nicht mehr wegzudenken. Reiseplanung, Finanzen, Nachrichten, Kommunikation. Ohne Internet bin ich quasi wieder im Mittelalter. Quasi alles, was andere gedruckt aufnehmen können, bietet mir heute das Internet ebenfalls. Somit kann ich regelrecht am normalen sozialen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“

HTML5 – Was geht heute schon, was geht nicht? Der große Überblick.

An sich spricht nichts gegen den Einsatz von HTML5 in Websites von heute. Man muss nur sehen, wie viel HTML5 man einsetzt.

Linkschleuder

Wirtschaftsprüfer rät Verlagen: Konsolidieren, spezialisieren oder sterben gehen

„Der beste Tipp: Hört auf, der Aktualität der Berichterstattung im Netz hinterherzuhecheln. Besinnt Euch auf Eure Kernkompetenzen: Lokales, Analyse und Berichte, die über den Tag hinaus Bestand haben. Hört auf, beliebig und austauschbar zu sein.“

Twitter - Die Medien-Revolution, die keine ist

„Auch die Kritik, Twitter transportiere „ungeprüfte“ Nachrichten, basiert letztlich auf diesem Missverständnis. Journalisten werden seit jeher mit ungeprüften Informationen überschüttet. Wer käme auf die Idee, deshalb die technischen Vertriebswege selbst, etwa Telefon, E-Mail oder sogar die journalistische Technik des Hintergrundgesprächs infrage zu stellen?“

Us Now - mit deutschen Untertiteln

Clay Shirky: „Die Revolution geschieht nicht, wenn die Gesellschaft neue Werkzeuge übernimmt... Sie geschieht, wenn die Gesellschaft neue Verhaltensweisen annimmt.“

Junge Menschen informieren sich im Netz über Politik

„Mehr als 60 Prozent der unter 30-Jährigen informieren sich "häufig" oder "sehr "häufig" per Internet über politische Vorgänge, ergab die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Befragung im Auftrag von Google Deutschland. Gut jeder Dritte (36 Prozent) gibt danach das Internet als wichtigste politische Informationsquelle an – vor Fernsehen (34 Prozent) und Zeitungen (23 Prozent).“

Internetsperren gegen Urheberrechtsverletzer auch für Deutschland? [Update]

„Hoeren machte starke rechtliche Bedenken gegen die sogenannte "graduated response" geltend, bei der eine Behörde oder eine Clearing-Stelle Internet-Nutzer bei Urheberrechtsverstößen zunächst verwarnt und nach dem dritten Verstoß den Internet-Anschluss kappt. So sei zunächst zu prüfen, ob es ein Grundrecht auf einen Internet-Anschluss gebe.“

Netzsperren - "Ihnen ist egal, was wir denken"

„Für mich ist die Petition der Anfang einer völlig neuen Oppositionsform außerhalb der politischen Parteien. Ich denke, da wird in Zukunft eine Menge passieren.“

Wie der Iran Twitter-User überwacht

Das iranische Regime kontrolliert die Kommunikation der Bevölkerung mit denselben Systemen zur Mobilfunküberwachung, die in Europa zur Strafverfolgung eingesetzt werden. Nokia Siemens Networks dementiert, bei der Internet-Kontrolle geholfen zu haben, aber die von NSN gelieferten Systeme können problemlos alle Daten tracken und analysieren, die über SMS-Gateways an Twitter geschickt werden.

Falscher Planet, falsches Jahrtausend - Die wunderbare Welt von Isotopp

„Das ist die Welt, in der ich existiere und das sind die Dinge, mit denen ich jeden Tag umgehe. Sie sind für mich real. Sie definieren und sie finanzieren meine Existenz in dieser Welt. Ich bin kein Einzelfall. Alle Leute die ich kenne leben auch so, mehr oder weniger. Und deren Freunde auch. Wir sind viele, so viele, daß wir in sechs Wochen 134000 Unterschriften zusammenbekommen ohne das Haus verlassen zu müssen. Wir sind definitiv keine 80 Millionen und wir haben den Rest dieses Landes so dermaßen weit abgehängt, daß wir nicht einmal mehr eine gemeinsame Sprache haben. “

Twitter Starterkit

„Twitter erklären? Schwierig. Man kann viel darüber reden, aber begreifen und den Spaß daran nachvollziehen kann man erst, wenn man ein wenig Zeit investiert.“

Das Netz besteht aus Verbindungen, nicht aus abgeschotteten Inseln

„Den Kerngedanken des Web - die Verbindung fremder Webseiten per Link - haben die meisten deutschen Verlage bis heute nicht begriffen. Ihre Webportale sind voll von Beiträgen, die außer Hinweisen auf andere eigene Beiträge keinen einzigen hinausführenden Link zu Originalquellen, anderen Perspektiven oder vertiefenden Informationen enthalten. Dahinter steckt die unausgesprochene Prämisse, die Verlage seit ihren ersten Schritten im Internet als gegeben voraussetzen: Man schickt niemals seine Leser auf andere Websites. Sie könnten dort etwas Interessanteres finden, und darüber könnten sie doch glatt vergessen zurück zu kommen.“

Haftungsprobleme für Admin-C – Worauf man achten sollte

Wer als Admin-C, also als Administrator und verantwortlicher Ansprechpartner einer Domain, auftritt, sieht sich gerade im gewerblichen Bereich einer Reihe von Haftungsfragen ausgesetzt. Dies gilt nicht zuletzt deshalb, weil die einschlägige Rechtsprechung häufig einzelfallbezogen agiert und bisweilen nicht immer klaren Leitlinien folgt. Zudem erstreckt sich die Vielzahl möglicher Rechtsverstöße auf verschiedene Bereiche der Tätigkeit eines Admin-C.

Offenbar inspiriert

[iran-korrespondenten-sprech] Unbestätigten Meldungen zufolge soll dieses Live-Blog von Zeit Online vom angeblich seit Tagen überaus erfolgreichen Live-Blog der Huffington Post offenbar inspiriert sein. Ob es sich hierbei tatsächlich, wie gerüchteweise zu hören sein soll, um eine Übernahme der Arbeitsweise der Huffington Post handeln könnte, konnte bisher nicht zweifelsfrei überprüft werden. [/iran-korrespondenten-sprech]

Hat mein Abgeordneter für Netzsperren gestimmt?

Die Antwort darauf finden die lippischen Netzbürger auf www.hatmeinabgeordneterfuernetzsperrengestimmt.de sowie auf abgeordnetenwatch.de, da die Entscheidung in namentlicher Abstimmung getroffen wurde. Unser Zugang zu Informationen im Netz – jederzeit, auch noch nach Jahren–  wird langfristig Politik ändern, da bin ich mir sicher. Und daher wäre es wirklich zu blöd, wenn sich ausgerechnet der qua Amt unabhängige Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit zum Handlanger einer Polizeibehörde machen lassen würde, indem er wie von der großen Koalition gefordert als Ober-Kontrolletti der geheimen Sperrliste arbeiten soll. Verkehrte Welt.

Dammbruch

Das Thema Internetsperren (im Politikersprech „Zugangserschwernis“) ist nun – nicht zuletzt durch die rege Beteiligung an der Online-Petition mit rund 130 000 Unterschriften – seit einiger Zeit in den „klassischen Medien“ angekommen, und so will ich nicht all das wiederholen, was nun eigentlich jeder wissen sollte. Am morgigen Donnerstag wird wohl der Bundestag das Zensursula-Gesetz verabschieden,

  • ein Gesetz, für das der Bund nach Ansicht von Rechtsexperten keine Gesetzgebungskompetenz hat,
  • ein Gesetz, das aus diesem und weiteren Gründen vor dem Verfassungsgericht nur schwerlich bestehen wird,
  • ein Gesetz, das Missbrauchsopfer instrumentalisiert, um eine Zensurinfrastruktur aufzubauen.
Das Handelsblatt schreibt von einem Dammbruch im Internet, und die Web-Gemeinschaft wendet sich bitter enttäuscht von der SPD ab. Die Regierungsparteien verlieren hier Wählerschichten, die sie zu Obamania-Zeiten noch mit albernen Twitter, Facebook & Co Aktionen für sich gewinnen wollten. Leider wird sich das Verfassungsgericht wohl erst nach der Bundestagswahl mit dem Zensursula-Gesetz beschäftigen, wenn die Filter der Polizeibehörde in den Rechenzentren der Provider bereits installiert sind.PS: Noch während ich diese Zeilen schreibe, kritisiert Klaus Kleber im ZDF heute journal die Zensur der freien Presse im Iran.

Teils bewölkt

[vimeo 5139094]

Es gibt Menschen auf diesem Planeten, die können Geschichten besser als andere erzählen. Schön, dass es sie gibt.

Urteil in Frankreich: HADOPI verfassungswidrig

Der französische Verfassungsrat hat den in unserem Nachbarland geplanten Überwachungsmaßnahmen und Internetsperren eine klare Absage erteilt. Verfassungswidrig sei das, was die französische Regierung unter dem Namen HADOPI vor wenigen Wochen gegen Widerstände durchgeboxt hat und als Vorbild in der EU beworben hatte. Ich schrieb kürzlich darüber. Das Gesetz sah vor, dass einem nach dreimaliger „Verfehlung“ der Internetanschluss für ein Jahr abgedreht wird.

Internetgemeinde

Ich verstehe die große Sorge der Internetgemeinde, dass einmal geschaffene Filterinfrastruktur nicht nur gegen Kinderpornografie eingesetzt wird, sondern Begehrlichkeiten mit Blick auf weitere unerwünschte Angebote weckt. Ich finde, es ist Zeit für eine Debatte, wie wir künftig mit dem Internet umgehen wollen. Wie halten wir es mit der Anonymität, mit der Sicherheit im Internet und wie lassen sich solche Straftaten vermeiden? Darüber sollten wir mit der Internetgemeinde diskutieren. Quelle: FR Interview mit Bundesjustizministerin Zypries
Ich finde, schon durch die Trennung zwischen „Internetgemeinde“ und den anderen (wer soll das sein: Internetausdrucker?) wird deutlich, wie sehr wir diese gesellschaftliche Diskussion brauchen.

Sünderkartei

Daher müsse nun rasch eine Art "Flensburg fürs Internet" eingeführt werden, forderte Gorny in Anspielung auf die Verkehrssünderkartei.
Wenn ich das da oben lese, dann ist das nicht mehr weit. Mehr zum „französischen Modell“ habe ich hier geschrieben.

Chester Thompson in Blomberg

[youtube sA3rJXV4R4E]

Wer Phil Collins wie Chester Thompson demnächst mal an die Wand spielen möchte, sollte den folgenden Termin nicht verpassen. Die Genesis Rhythm-Section gastiert in Blomberg.

  • Wo? Blomberg Bürgerhaus.
  • Wann? Pfingstmontag. 18 Uhr.
  • Eintritt 10,– Euro für Erwachsene bzw. 5,– Euro für die Kids.

[via]

Rechtsfreier Raum nie gewesen

Wenn noch einmal jemand sagt, das Internet sei „kein rechtsfreier Raum“ … :@ Das Internet war noch NIE und ist kein RECHTSFREIER RAUM. Basta!

HADOPI

Erinnern Sie sich noch? „Drei Schläge“, kürzlich lippebloggte ich, wie wir mit Geschwindigkeitsüberwachung per Navi für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen (Achtung Ironie). Das Beispiel sollte zeigen, auf welcher Ebene zurzeit im EU-Parlament über Internetsperren diskutiert wird. „Vorbild“ ist Frankreich. Die französische Regierung treibt mit Nachdruck ein System voran, das deutschsprachige Medien – sofern sie überhaupt berichten – mit „abgestufter Erwiderung“ übersetzen. Andere sprechen vom Drei-Schläge-Ansatz (3 Strikes out). Am gestrigen Dienstag stimmte nun die französische Nationalversammlung für die Einrichtung einer Internet-Sperrbehörde (Loi HADOPI). Heute soll das hat das Gesetz dann den französischen Senat passiert. In meinem Navi-Beispiel skizzierte ich bereits das Prinzip der drei Schläge. Die Internetnutzer werden vollständig überwacht. In Frankreich geht es schon längst nicht mehr um Stoppschilder, wie sie zurzeit in Deutschland heftig diskutiert werden.

Die HADOPI soll nach zweimaliger Warnung auf Zuruf der Rechteinhaber dafür sorgen, dass Internet-Nutzern der Zugang für bis zu ein Jahr gesperrt wird. Bei den ersten beiden Warnungen erfährt der User dabei nicht, wessen Rechte er verletzt haben soll. Quelle: futurezone.orf.at

Im EU-Parlament konnte diese absurde Regelung im Rahmen des aktuell diskutierten Telekom-Pakets noch entschärft werden – nicht zuletzt durch massive Proteste der Webnutzer. Auf EU-Ebene durchläuft der ganze Schlamassel momentan das Vermittlungsverfahren, bevor Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Sarkozy und die anderen EU-Ratsmitglieder endgültig in Kürze darüber abstimmen werden.

Demonstrieren oder vertikutieren?

Demonstrieren oder vertikutieren? So könnte das Motto dieses langen ersten Wochenendes im Mai lauten. Nach friedlicher Demo ist mir bisweilen schon, wenn ich mir gewisse Tendenzen in der Netzpolitik so anschaue. Ein Beitrag des Elektrischen Reporters fasst das wichtige und sehr aktuelle Thema der Netzneutralität gut zusammen. Auf EU-Ebene beackern Lobbyisten der Telekoms die Parlamentarier, um ein Netz zu schaffen, in dem manche gleicher sind als andere. Ob wir, die Internetnutzer das so wollen, liegt zum nicht unerheblichen Teil bei uns:

Ob E-Mail, Webseite oder Dateidownload - im Netz reist jedes Datenpäckchen gleich schnell. Egal, was der Inhalt ist – Knotenpunkte und Provider leiten alles unbesehen weiter. Diese Gleichbehandlung gehört zu den Grundprinzipien des Netzes. Befürworter der so genannten Netzneutralität möchten diese deshalb am liebsten gesetzlich festschreiben. Einige Telekommunikationsunternehmen pflegen dagegen eine gänzlich andere Weltanschauung: Sie würden am liebsten Expresschneisen durch das Netz schlagen, auf denen bestimmte Daten für ihre Kunden Vorfahrt hätten. „Daten-Diskriminierung“ ist das in den Augen der Neutralitätsverfechter. Sie befürchten, dass plötzlich die Provider massiv mitbestimmten könnten, wie die Verbraucher das Internet benutzen. Der Zugriff auf Websites der Konkurrenz könnte künstlich verlangsamt werden, unliebsame Anwendungen wie Internet-Telefonie oder Filesharing gleich ganz gesperrt werden. Ein weiteres Argument: Solche Hürden wären nicht nur lästig für die normalen Nutzer, sondern würden auch die Weiterentwicklung des Internets insgesamt hemmen. Der Elektrische Reporter über das Gezerre um die Neutralität des Netzes. – Zitat aus Der Elektrische Reporter
Videobeitrag anschauen. [vimeo 4427410]

Stop oder nur anhalten?

Halt! Vorfahrt gewähren.Detail am Rande: Neben den ganzen Planungen der Bundesfamilienministerin, Stop-Schilder im Internet aufzustellen, scheint neben dem Grundgesetz auch die Straßenverkehrsordnung nicht näher konsultiert worden zu sein. Auf jeder Dienstfahrt hätte Frau Ministerin einfach mal genauer beobachten sollen, wie sich ihr Fahrer oder ihre Fahrerin an einem Stop-Schild verhält. Genau. Anhalten, gegebenenfalls die Vorfahrt gewähren und dann weiterfahren. Eine Straßensperrung sieht anders aus.

Zum Thema Straßensperrung: Der schleswig-holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert äußert sich zu den Zensurplänen so: Es sei ein „Frontalangriff auf die freie Kommunikation im Internet“, sagte er gegenüber der c’t.

Zensur II [Update]

Das Wichtigste zuerst: Es lässt sich schwerlich gegen wirksame Zensur in Deutschland argumentieren, wenn wir unwirksame Zensur hierzulande jetzt fahrlässig zulassen. Ich will diese Aussage mit ein paar Beispielen erläutern.

Es dürfte wohl den meisten inzwischen klar sein: Was Ursula von der Leyen momentan durchzieht, ist (nicht nur) nach meiner Ansicht nichts weiter als eine Vorbereitungshandlung zur Einführung wirksamer Zensur in Deutschland – über den kleinen Umweg unwirksamer Zensur. Eine beratungsresistente Familienministerin, die für unwirksame Zensur kämpft? Das könnten wir leicht als Internetausdrucker abtun, sollten wir aber nicht.

Gefährlicherweise werden im selben Moment bei den Providern ein paar Strippen gezogen und ein paar Kästen an den Zugängen zum Internet installiert. Da kommt dann später – wenn sich der ganze Trubel gelegt hat – eine wirksamere Software drauf, und die Filterliste des BKA wird klammheimlich ausgebaut. Selbstverständlich klammheimlich, denn darauf befinden sich ja angeblich Internet-Adressen von illegalen Inhalten. Die Erfahrungen aus anderen – auch europäischen Nachbarstaaten – zeigen jedoch, es landet dort auch allerhand anderes erstaunliches.

Am Rande bemerkt: Ich kann zurzeit noch nicht mal ohne mich auf juristisch sehr sehr dünnes Eis zu bewegen, auf eine journalistische um Aufklärung bemühte Website einen Link setzen, um meine Aussage zu belegen, weil ich mich dadurch schon dem Verdacht auf Verbreitung illegaler Inhalte aussetzen würde (siehe letzter Absatz im oben verlinkten Artikel).

Nur zur Sicherheit: Ich schreibe diese Zeilen in Deutschland – nicht in China oder den anderen üblichen der Zensur verdächtigten Staaten.

Ach, ich könnte ja auch einfach denen da oben vertrauen. Würde ich auch, wenn es nicht die selben wären, die es mir unmöglich machen, mich davon zu überzeugen, dass ich mir keine Sorgen machen muss, indem ich mich frei informieren kann wie es in unserer Verfassung Artikel 5, Absatz 1, Grundgesetz steht. Mein Lippeblog läuft sinngemäß unter dem Motto: „Ich blogge, weil ich es kann …“ Und dieses Können, diese grundsätzliche Möglichkeit mich frei zu informieren und meine Meinung frei zu äußern, garantiert mir eben unsere Verfassung, und eben dort steht mehr als sinngemäß, nämlich wortwörtlich: „Eine Zensur findet nicht statt“ – und ich füge hinzu auch kein unwirksamer Versuch dessen.

Es ist erst einige Wochen her, da gingen ältere Damen zu den Sparkassen und hoben nur mal testweise Ihre Ersparnisse in bar ab, um zu sehen, ob das Geld noch da ist. Diese Generation hat halt schon viel in diesem Land erleben müssen. Es gibt also doch einen Nerv, der will erstmal getroffen werden. Beim Geld liegen die Nerven offenbar blank.

Das Thema staatlicher Zensur in unserem Land scheint noch nicht den richtigen Nerv getroffen zu haben. Heute Am morgigen Mittwoch wird der Gesetzentwurf zur Einführung unwirksamer Zensur im Kabinett beraten. Tipp: Gehen Sie wählen in diesem Jahr – ohne Maschinen.

Update: Mittwoch, 22.4.2009

Das Bundeskabinett hat heute die zwischen Politikern und Experten heftig umstrittene Gesetzesinitiative gebilligt. Der Gesetzentwurf muss nun noch zur Abstimmung in den Bundestag und Bundesrat.

Drei Schläge

Es hebe jeder die Hand, der ein Navi in seinem Auto hat. Eben – sehr viele. Der eine oder andere unter den Leserinnen und Lesern hat sogar noch ein bisschen aufgerüstet und lässt sich die jeweils gültige Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigen. Technisch alles kein Problem.

Das Navi weiß also immer wo Sie fahren und wie (-viel zu) schnell Sie fahren.Ist doch praktisch, könnten sich nun der Verkehrs- und Finanzminister denken. Jeder hält sich mal nicht so ganz an die Verkehrsregeln (auch Diplomaten) und wird dabei nicht jedes Mal erwischt. Was dem Staat dadurch an Geld durch die Lappen geht …

Wir denken die Idee mal weiter: Jedes Navi hat also einen Besitzer, der Besitzer fährt manchmal zu schnell, der Besitzer hat ein lastschriftfähiges Bankkonto, also könnte man doch … genau … man könnte doch gleich nach jedem gemessenen Geschwindigkeitsverstoß automatisch vom Konto abbuchen.

Nun lassen sich Maximalforderungen nicht so einfach in der Politik durchsetzen.

Kompromissvorschlag: Es wird die so genannte 3-Schläge-Regelung (3-Strikes-Model) eingeführt. Bei den ersten beiden Verstößen drücken wir beim Wähler beide Augen zu, aber beim dritten Verstoß: Dann wird direkt abgebucht.

Säße unser Bundesinnenminister mit am Verhandlungstisch, gäbe es beim dritten Schlag gleich lebenslanges Fahrverbot, wegen besonderer Verkehrsgefährdung und begründeter – und technisch zweifelsfrei bewiesener ;-) Zweifel an der Kraftfahreignung des Fahrers. Gleich ab zum psychologisch-medizinisches Fahreignungsgutachten, sprich Idiotentest.

Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail: Nun wären Fälle denkbar, in denen wir nicht im eigenen Auto mit eigenem Navi unterwegs sind. Dann wäre die verdachtsunabhängige Überwachung ja ungerecht. Also muss der kleine Naviapparat jetzt noch wissen, wer der potentiell verdächte Verkehrsrowdy da hinterm Lenkrad ist. Identifikation per Fingerabdruck. Oder diese kleinen Funkchips aus den neuen biometrisch bemerkmalten Bundespersonalausweisen. Ach, da ließe sich technisch sicher was machen.

Und weil noch nicht hundert Prozent aller Kraftfahrzeuge auf vier Rädern mit unserem High-Tech-Navi ausgerüstet sind, wird zum krönenden Abschluss die deutsche Wirtschaft in diesen wirtschaftlich schweren Zeit angekurbelt, indem ein Konsortium führender deutscher Technologieunternehmen mal eben 50 Millionen kleine Navi-Onboard-Units (NOBU) baut.

Na, dieser Vorstoß zur Sicherheit im Straßenverkehr träfe doch den Nerv der Wähler im Superwahljahr 2009.

Wie das 3-Strikes-Model künftig in Frankreich für Ruhe im Datenverkehr sorgen soll, darüber mehr im nächsten Beitrag.

Zensur

Liebes Tagebuch. Seit heute lebe ich also in einem Land, in dem mein Telekommunikationsanbieter sich vertraglich und obendrein freiwillig bereit erklärt hat, meinen freien Zugang zum Internet auf Basis einer geheimen, vom Bundeskriminalamt erstellten, Zensurliste zu zensieren. Somit entscheidet also künftig die Polizei, auf welche Informationen wir Zugriff haben. Das ist in China, Nordkorea, Kuba und vielen anderen Ländern dieser Welt auch so.

Die Telekom und weitere vier Anbieter tun dies hierzulande auf Druck der Bundesfamilienministerin, Ursula von der Leyen, obwohl nahezu alle Experten diese Maßnahmen zur Einschränkung von Kinderpornographie als äußerst kritisch (Grundgesetz, Datenschutz) und dazu als völlig unwirksam bewerten.

Einfach formuliert: Es soll die Straße, in der ein Krimineller wohnt, für jeden Mitbürger durch die Polizei gesperrt werden, anstatt dass die Polizei hinfährt und den Kerl einfach verhaftet. Kinderpornographie ist auf diesem Planeten strafbar.

Ein halbes Dutzend Planstellen beim BKA für die Zensurliste kosten uns Steuerzahler natürlich weniger als wenn wir die Strafverfolgungsbehörden generell mal (ausbildungs-)technisch auf Stand der Dinge bringen, um diese kranken Kinderficker wirksam aus dem Datenverkehr zu ziehen.

So drängt sich vielmehr der Eindruck auf, hier soll durch die Hintertür ein Zensurwerkzeug eingeführt werden. Die Argumente der Zensurgegner (gibt es gar Befürworter von Zensur in Deutschland?) will ich an dieser Stelle nicht wiederholen und verweise auf die beiden folgenden lesenswerten Artikel.

Die obigen Links habe ich mit Bedacht gewählt, denn leider driftet auch die Rechtsprechung in Deutschland immer weiter in Richtung Absurdistan ab. Das Landgericht Karlsruhe hat in einem Beschluss am 23. März 2009 (PDF) die Rechtmäßigkeit einer Hausdurchsuchung festgestellt – mit der Begründung:

Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.

Die Übertragung der Kollektivhaftung auf das WWW. Wer also einen Link auf eine Website setzt, die wiederum einen Link auf eine Website setzt, die wiederum einen Link auf eine Website setzt … die (nach wie vielen Verwandten in der Familie Gliedern in der zufälligen Linkkette?) einen Link auf illegale Inhalte setzt, muss in Deutschland schon mal mit einer Hausdurchsuchung rechnen.

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[youtube OmA9WIpSeDg]

Eine kleine Spielerei von vor ein paar Tagen. Für das neue Lippeblogs möchte ich einige Erklärbär-Videos erstellen. Hierbei filme ich quasi den Bildschirm ab, und ich erkläre nebenbei, was ich dort mache. Screencasting nennt sich das. Das alles soll nicht den Charakter professioneller Lern-Videos haben, ich erzähle halt ganz locker, was wie funktioniert. Der obige Screencast ist schon eine Woche alt und zeigt, wie wir mit Firefox über unsere Lieblingswebsites auf dem Laufenden bleiben. Über Anregungen in den Kommentaren freue ich mich. Viel Spaß.

Werkzeugkasten

Im April veranstalte ich mal wieder einen Workshop zum Thema Web 2.0. Vorab frage ich dazu möglichst detailliert die Wünsche und konkreten Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab. Einer dieser Wünsche lautet:

43 things, Blogger, Clipfish, Delicious, Digg, Facebook, Flickr, last.fm, MySpace, StudiVZ, Twitter, Wikipedia, YouTube - Was kann man wofür sinnvoll nutzen?

Dabei kommt mir das Bild eines prall gefüllten Werkzeugkastens in den Kopf. Meine Aufgabe soll es sein, diese Werkzeuge zu erklären. Und hinterher überlegen wir dann, um im Bild zu bleiben: „Mit einem digitalen Drehmomentschlüssel wollte ich schon immer mal …“. Ist es im analogen Leben nicht eher andersrum? Wir haben ein konkretes Ziel oder Projekt, wir wollen zum Beispiel einen Bilderrahmen an die Wand dübeln, und wir suchen dann hierfür nach den richtigen Werkzeugen? Und bei komplizierten Projekten holen wir uns einen Experten ins Haus, der greift dann in die Trickkiste den Werkzeugkasten und löst das Problem mit dem passenden Werkzeug. Wo also sind die Projekte?